Mit drei, vier oder fünf Jahren ist man schließlich schon ziemlich groß. Zumindest dann, wenn es darum geht, etwas selbst zu machen.
„Ich kann das alleine!“
„Ich bin heute dran!“
Und natürlich der Klassiker: „Das ist unfair!“
Willkommen im Elementarbereich. Hier wächst nicht nur die Körpergröße – sondern auch der Wunsch, mitzureden, mitzuentscheiden und Verantwortung zu übernehmen.Deshalb bekommen unsere Kinder echte Aufgaben: den Tisch mit vorbereiten, Materialien verteilen, beim Aufräumen Verantwortung übernehmen oder einen kleinen Dienst für die Gruppe erledigen. Auch bei Entscheidungen, die den Gruppenalltag betreffen, sollen sie ihre Meinung sagen und erleben: Was ich denke, ist wichtig.
Und dann gibt es natürlich noch das große Übungsfeld des Kita-Alltags: Konflikte. Zwei Kinder. Ein Spielzeug. Beide hatten es selbstverständlich zuerst. Wir könnten das Problem in zehn Sekunden lösen. Machen wir aber nicht immer. Denn Kinder sollen lernen, miteinander zu reden, Lösungen zu suchen, Kompromisse auszuhandeln – und manchmal auch festzustellen, dass die eigene Idee nicht automatisch die Idee aller anderen ist.
Das klappt nicht jeden Tag perfekt. Muss es auch nicht. Denn Selbstständigkeit bedeutet nicht: „Ich kann schon alles.“Sie bedeutet: „Ich traue mir zu, es zu versuchen.“
Und genau dafür brauchen Kinder Erwachsene, die ihnen etwas zutrauen, ihnen Verantwortung geben und auch einmal aushalten, wenn der Weg zur Lösung ein bisschen länger dauert. Denn aus „Kannst du mir helfen?“ wird irgendwann: „Guck mal! Ich hab’s ganz alleine geschafft!“ Und darauf darf man mit drei, vier, fünf oder sechs Jahren schon ziemlich stolz sein.


